Employer Branding - auch für Startups ein wertvolles Instrument

Employer Branding: Was nach Grosskonzernen und Papiertigern tönt, ist in der Praxis ein wertvolles Instrument für die Gewinnung und die Erhaltung von Mitarbeitenden – auch für Startups. Wer gegen aussen ein klares Bild von sich und seinen Werten vermittelt und sich schon früh um eine professionelle Rekrutierungsstrategie kümmert, steigert seine Erfolgschancen im Markt. Denn das richtige Team ist gerade bei Jungunternehmen zentral für den Unternehmenserfolg.

Für Startups ist Employer Branding wohl nicht gerade die Nummer 1 auf der To-Do-Liste – die gesamte Energie und Arbeitskraft fliesst in die Entwicklung eines Produkts oder Dienstleistung, in die Markterschliessung und Kundengewinnung. Doch über kurz oder lang sollten auch Startups sich darum kümmern – gerade für Jungunternehmen ist es essentiell, die richtigen Mitarbeitenden zu gewinnen: 23% der Startups scheitern aufgrund der Teamzusammensetzung. (https://recruitingdaily.com/top-reason-startups-fail-not-finding-right-talent/) Employer Branding ist längst nicht mehr nur Sache von Grosskonzernen. Auch für KMU und insbesondere Startups stellt es eine wichtige und wertvolle Möglichkeit dar, sich als attraktiver Arbeitgeber im Markt zu positionieren und sich von der Konkurrenz abzuheben.

Employer Branding aufbauen – was ist unsere EVP?

Ganz am Anfang eines Startups heisst es in sämtlichen Aufgabenbereichen: Hands on. Die Repräsentation des Unternehmens gegen aussen ist in dieser Phase Sache aller Teammitglieder. Ihr Handeln und Tun prägt die externe Wahrnehmung massgeblich. Daher lohnt es sich zur Stärkung der Arbeitgebermarke die folgenden Aspekte zu diskutieren und ehrlich zu beantworten:

  • Identität und Werte des Unternehmens: Wer sind wir und wie arbeiten wir? Was ist uns dabei wichtig? 
  • Dienstleistungen und/oder Produkte: Was bieten wir an und uns was ist unser USP? 
  • Stärken als Arbeitgeber: Welche Unternehmenskultur leben wir im Unternehmen? Welche Karriere- und Entwicklungsmöglichkeiten, welche besonderen Benefits bieten wir unseren Mitarbeitenden? Welches Arbeitsumfeld bieten wir? 
  • Erwartungen an Mitarbeitende: Wer passt zu uns und was bringen unsere Mitarbeitenden mit? 
  • Marktposition und Arbeitgeberimage: Wie grenzen wir uns von der Konkurrenz ab? Wie werden wir derzeit als potentieller Arbeitgeber wahrgenommen?

Die Beantwortung dieser Fragen führt zur Employer Value Proposition, EVP. Sie ist vergleichbar mit der Unique Value Proposition eines Unternehmens. Im Gegensatz dazu liegt der Fokus aber nicht auf einem Kunden oder einem Investor, sondern auf den Arbeitnehmenden. Ehrlichkeit ist deshalb zentral, damit in der EVP keine Versprechen auftauchen, die nicht eingehalten werden können. Damit wird sichergestellt, dass die EVP zum Unternehmen und zur Unternehmenskultur passt. Alles andere wirkt schnell unglaubwürdig.

Früh investieren und Recruiting professionalisieren

Der Erfolg eines Unternehmens steht und fällt mit seiner wertvollsten Ressource – den Mitarbeitenden. Es ist also auch für Jungunternehmen ratsam, raschmöglichst und gezielt in Employer Branding zu investieren und das Recruiting zu professionalisieren, beispielsweise mit Unterstützung durch einen externen Partner. Wer heute einfach auf gut Glück ein Stellenangebot publiziert und auf die richtigen Bewerbungen hofft, verpasst die Chance, die passenden und hartumkämpften Talente fürs Unternehmen zu finden – denn mit einem gut formulierten Stelleninserat ist die Arbeit nicht getan. Eine fundierte Rekrutierungsstrategie, verfolgt einen proaktiven Ansatz: Vom Inserat über den geeigneten Kanal und die Distribution bis hin zur detaillierten Ausgestaltung des Bewerbungsverfahrens wird nichts dem Zufall überlassen.

Identifikation erhöhen und Bindung stärken

Employer Branding steigert aber nicht nur die Effizienz im Bereich Rekrutierung, sondern dient auch der langfristigen Bindung qualifizierter und engagierter Mitarbeiten. Ziel ist es schliesslich, die richtigen Talente nicht nur für das Unternehmen zu gewinnen, sondern sie auch zu behalten und zusammen das Unternehmen voranzubringen. Mitarbeitende, die sich stark mit dem Unternehmen und seinen Werten identifizieren können, zeigen höheres Involvement und Vertrauen. Wenn die Mitarbeitenden Vertrauen haben, arbeiten sie motivierter, leisten effizientere Arbeit und bleiben länger beim Unternehmen. So kann ein Unternehmen beispielsweise drohendem Brain-Drain nachhaltig entgegenwirken und zusammen mit einem starken Team den langfristigen Unternehmenserfolg vorantreiben.

Fazit:

Der Aufbau eines nachhaltigen Employer Brandings lohnt sich bereits in der Anfangsphase eines Startups: So stärkt das junge Unternehmen seine Positionierung im Markt und schafft eine fruchtbare Grundlage für die Rekrutierung von Best Talents. Denn nur wer das passende Team an seiner Seite hat, kann langfristig richtig durchstarten.



Autor: Doris Fink